Evangelisches Gymnasium Kleinmachnow: Shalom Israel – Eine Begegnungsreise ins Heilige Land – März 2014

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Evangelisches Gymnasium Kleinmachnow: Shalom Israel – Eine Begegnungsreise ins Heilige Land – März 2014

Shalom Israel
Eine Begegnungsreise ins Heilige Land

Evangelisches Gymnasium Kleinmachnow
März 2014

Shalom Israel !

Früh morgens standen wir da: 18 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrer vom Evangelischen Gymnasium Kleinmachnow auf dem Weg nach Tel Aviv auf unsere Studienreise nach Israel.
Aus einem Angebot von drei Reisen haben diese Schüler der 11. Klasse sich Israel ausgewählt, um dort das Land, die Religionen und die Menschen kennenzulernen.

Mosaik in der Brotvermehrungskirche

So starteten wir im Norden am See Genezareth, um auf den Spuren von Jesus zu wandeln. In der Brotvermehrungskirche in Tabgha konnten wir einen Gottesdienst mit Benediktinermönchen verfolgen. Wir bestaunten das bekannte Mosaik der Fische und der Brote. Passend hierzu haben wir uns in dieser Unterkunft direkt am See auch selbst verpflegt. Fazit einer Teilnehmerin: „Nicht ganz so luxuriös wie sonst auf der Reise, aber sehr lecker !“ Anschließend liefen wir noch am See entlang bis nach Kapernaum, der alten

Stadt aus Jesus Zeiten. Hier kam der erste von insgesamt 12 Vorträgen der Schüler zur Geltung. Sie hatten sich nämlich intensiv thematisch auf diese Reise mit Referaten vorbereitet und konnten diese dann live vor Ort präsentieren.

In den nächsten Tagen wanderten wir im grünen Galiläa durch ein Wadi (Flußbett), besuchten den Kibbuz Deganya und sahen, wie wichtig die Wasserversorgung für dieses Land ist. Sophie hielt ihren Vortrag über Kibbuzim. Der Kibbuz Degania A entstand am 29.10.1910 und liegt direkt am See Genezareth. Sophie erläuterte die Einwanderung der Juden und dass die Besiedelung des heutigen Israels vor allem auch durch die vielen Kibbuzim und die in ihnen lebenden Juden stattfinden konnte. Sie berichtete auch über das Gemeinschaftseigentum, die Verteilung der Arbeit, die Erziehung und die Mahlzeiten im Kibbuz. Auch erzählte sie, dass ein Mitglied eines Kibbuz „chawer“ heißt, was „Freund“ bedeutet. Michael, unser Reiseführer, begleitete uns in den Kibbuz Degania und berichtete noch mehr Wissenswertes über Kibbuzim.

Knochen in Tabgha

Schließlich fuhren wir zu unserer neuen Unterkunft in Tabgha. Die Umgebung war uns nicht ganz unbekannt, hatten wir doch am Tag zuvor in der daneben liegenden Kirche einen Gottesdienst miterlebt. Weil unsere neue Unterkunft in der Nähe dieser Kirche und eines Klosters lag, hatten wir die Möglichkeit, Gottesdienste zu besuchen und auch mitzubeten. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, ging ein Teil von uns im See Genezareth baden, ein anderer Teil im

Teich/Schwimmbecken, das sich bei unserer Unterkunft befand.

Abends war Selbstversorgung angesagt. Sophie und Nora hatten diese Aufgabe für uns 20 Personen übernommen. Es sollte Spaghetti mit Hackfleischsoße geben, doch vorher mussten sehr tränenreich Zwiebeln kleingeschnitten und der riesige Gasherd angezündet werden. Sie schafften es und das Essen, von dem noch viele Spaghetti übrigbleiben, schmeckte allen. Zum Nachtisch gab es Melonen und Pomelos. Ein Teil von uns bildete dann das Abwaschteam, ein Teil bereitete ein Lagerfeuer vor und die anderen konnten sich schon fertig machen.

So konnte jeder den Abend verbringen wie er wollte: am Lagerfeuer mit Stockbrot oder schon halbschlafend auf dem Zimmer. Insgesamt hatten wir alle einen interessanten Tag und ein schmackhaftes Abendbrot.

Der See Genezareth

Die Ruhe und die Landschaft haben einen besonderen Eindruck hinterlassen. Wenn man nach einem Ausflug von den Bergen wieder auf den See blickt, hat man den Eindruck:“Ja, so und hier könnte das mit Jesus gewesen sein.“ Nicht umsonst hat ein Mönch unseres Klosters den Ausdruck geprägt vom „5. Evangelium“, welches man hier in der Landschaft findet.

Nun ging es weiter am Jordan entlang ans Tote Meer. Während der Busfahrt klärten uns Schüler über die Siedlungspolitik Israelsauf, die man hautnah mitbekommt: kleine Dörfer entlang der Straße gibt es hier, die von Zäunen und Wachtürmen

bewacht werden und in denen Israelis wohnen von einer Mauer eingezäunt. Kann man hier glücklich leben ?

Wandern in En Gedi

Auf unserer Wanderung im Nahal David bei der Quelle En Gedi merkten wir bald, dass uns das Wandern hier faszinierte. So teilten wir unsere Gruppe und konten so noch 2 Stunden weiter durch die Wüse Judäa laufen, während sich die andere Gruppe in einem SPA am Toten Meer erholten.

Am Toten Meer sind wir natürlich baden gegangen, wobei man von baden nicht reden kann. Schweben und Hundepaddeln ist wohl der bessere Ausdruck. Der Sonnenaufgang auf der Festung von Massada hat viele enttäuscht. Wir sind dazu extra um 4 Uhr aufgestanden, sind den Weg eine Stunde hochgelaufen und dann war der Sonnenaufgang… naja, einfach normal. Schönere gibt es sicherlich auch auf Rügen, in den Alpen oder zu Hause.

Bar Mizwa Feier auf Massada

Aber hier gibt es noch die Geschichte der Zeloten, die sich bis zuletzt gegen die römische Übermacht verteidigt haben und am Ende alle Selbstmord begangen haben, um nicht in die Sklaverei der Römer zu gelangen. Oben haben wir eine jüdische Bar-mizwa Feier mitbekommen mit fröhlicher Musik, einer großen Feier und vielen Kipas. „So fröhlich sind unseren Konfirmationen nicht“, sagte eine Teilnehmerin.

Bei 32 Grad stiegen wir dann wieder in den

Bus, der uns nach Jerusalem brachte. Schon auf dem Weg dahin genossen wir den Blick auf die Skyline der Stadt und sahen viele orthodoxe

Juden in ihren schwarzen Anzügen. Wir hielten zuerst an unserem „Jerusalem Gate Hotel“ und fuhren dann weiter zum Herodestor, was die erste Station der Stadtrallye war, die uns bevor stand. Am Tor angekommen, erklärte die Stadtrallye-Gruppe den anderen Schülern, was wir nun vorhatten und erzählten dann einige wichtige Punkte zum Herodestor.

Bei der Rallye gab es jeweils eine Zuhör- und eine Fotoaufgabe, d.h. also, dass eine Gruppe bei einer Sehenswürdigkeit ein Foto eines Merkmales machen sollte, das auf dem Aufgabenblatt notiert war, und die andere Gruppe den Vortragenden gut zuhört und sich zu

Jerusalemer Stadtrallye

einer bestimmten Frage die Antwort aufschreibt. Die nächste Station unserer Stadtrallye war nun die Via Dolorosa, der Leidensweg Jesu, wo Friederike uns einen kurzen Vortrag hielt und auch hier wieder Aufgaben zu erledigen waren. Weiter liefen wir durch die heiß erwarteten Gassen des Altstadtmarktes, um zur Grabeskirche zu gelangen. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hingucken sollte, da es so viele Läden mit den verschiedensten Angeboten gab. Als wir nun die

Grabeskirche erreichten, durften wir

diese auch besichtigen und auch hier gab uns Friederike einige Informationen, da sie über das Thema ihren Leistungsnachweis geschrieben hatte. Es war sehr beeindruckend, wie viele Menschen sich an diesem Ort aufhielten und die Kirche, die an der Stelle der Kreuzigung Jesu steht, sehen wollten. Der Weg führte uns dann weiter zu einer der größten Sehenswürdigkeiten Jerusalems – die Klagemauer. Hier mussten wir zuerst einen Sicherheitsbereich durchqueren und wurden dann von Julia über die heilige Stätte informiert. Dann haben fast alle Schüler von uns einen Zettel geschrieben und diesen zur Mauer gebracht, um ihn in eine Ritze dort zu stecken. Gerade der abgetrennte Bereich der Frauen war sehr voll, da er auch um einiges kleiner war, als der der Männer. Es war für viele von uns ein unbeschreiblich emotionales Gefühl, das man empfand, als man den Zettel in die Mauer steckte.

Vortrag mit Blick auf den Felsendom

Als wir dies alle getan hatten, liefen wir Treppen hinauf zu einem Absatz, auf dem uns Doro, Nathalie und Sophie was zum Felsendom, dem Tempelberg, der Al-Aqsa- Moschee und der Altstadtmauer erzählten, die wir gegenüber von uns sehen konnten. Eigentlich hätten wir die Vorträge auf dem richtigen Tempelberg gehört, doch konnten wir diesen leider nicht besichtigen, da dies nicht gestattet wurde. Unser Ziel war nun das Jaffator, an dem uns Friederike die letzten Informationen gab und wir eine tolle Sicht auf Jerusalem hatten. Dann machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Hotel und

sind mit einer sehr vollen Straßenbahn gefahren. Im Hotel haben wir nun eingecheckt und uns auf die Zimmer verteilt. Um 19h gab es dann ein ausgiebiges Abendessen-Buffet, von dem wir alle mit großem Appetit, nach dem anstrengenden Tag, aßen. Am Ende des Tages fielen alle erschöpft in ihre Betten und freuten sich schon auf den nächsten Tag in Jerusalem.

Ob nun an der Grabeskirche, der Via Dolorosa oder im Garten Gethsemane eigene religiöse Eindrücke bleiben, muss jeder selbst entscheiden. Die Klagemauer jedenfalls brachte bei vielen Teilnehmer bleibende Emotionen hervor. „Hier beten so viel Menschen einzeln, aber trotzdem sind sie in einer großen Gemeinschaft. Das fasziniert mich“, sagt eine Teilnehmerin im Anschluss.

Begegnung in Talitha Kumi

In der langen Führung in der Holocausts Gedenkstätte in YadVashem haben wir viele Einzelschicksale von Menschen aufgezeigt bekommen. Die unglaubliche Zahl von 5 Millionen ermordeter Juden läßt sich nur schwer erfassen, wenn aber Erna Z. aus Krakau mit ihrem Schicksal und ihrer Geschichte gezeigt wird, dann kann man mitfühlen und auch Tränen vergießen.

Der letzte Höhepunkt führte uns nach Bet Jala in der Westbank an die christlich arabische Schule „Talitha Kumi“. Hier war die Begegnung mit
den Schülern erst zaghaft, aber es Ende spielten wir Basketball und tauschten unsre Kontaktdaten aus. Offen und ehrlich erzählten sie uns von ihrem Alltag, ihren Wünschen und Zielen und auch von ihrem

gelebten Glauben und Ängsten. Sie machen in einem Jahr ein deutsches Abitur, um dann in Europa zu studieren und schließlich wieder in ihr Land zurückzukehren. Am meisten überraschte, dass sie keinen Kontakt zu israelischen Jugendlichen haben. Viele europäische Gruppen kommen hierher und sie waren auch fast alle schon einmal in Europa, aber einen Kontakt zum direkten Nachbarnim eigenen Land haben sie nicht. Wie auch ? Das ist nicht vorgesehen, es gibt keine Projekte, Reisen oder gemeinsame Ausflüge. Wie kann dann hier eine gute nachbarschaftliche Beziehung entstehen ?

Die guten Deutschkenntnisse überraschte viele unsrer Schüler, lernen sie doch erst ab der 5. Klasse Deutsch und machen nun auf Deutsch ihr Abitur !

Während des Fluges am nächsten Tag nach Hause haben wir unsere Freunde und Mitreisenden gefragt, was ihnen auf der Reise am Besten gefallen hat. Wir kamen zu folgenden Ergebnissen: Das einschneidenste Erlebnis war für viele an der Klagemauer. Dort fühlten sie sich Gott sehr nah und bewunderten die Atmosphäre und Kultur. Auf dem zweiten Platz liegt das Tote Meer in dem viele sehr viel Spaß hatten. Einige empfanden auch das Gespräch mit den palästinensischen Schülern am Samstag als sehr aufschlussreich und interessant. Wir bekamen einen tiefen und persönlichen Einblick in die politische Situation zwischen Israelis und Palästinensern, schade war, dass wir die Seite der Israelis gar

nicht hören durften. Einigen Schülern haben auch die verschiedenen Wanderungen sehr gut gefallen. Durch die viele Abwechslung wurden diese nie langweilig. Wir haben die verschiedene Natur und die Ausblicke sehr genossen. Insgesamt waren wir sehr überrascht, wie nett wir aufgenommen wurden und die Kultur in Israel war auf jede Art wie wir sie erleben durften sehr faszinierend.

Und so standen wir nach 8 Tagen wieder auf dem Flughafen Tegel und waren um zahlreiche Erfahrungen und Erlebnisse reicher. Viele Fragen konnten geklärt werden, einige Eindrücke verwirrten und Vieles muss sich erst noch setzen. Auf jeden Fall eine lohnenswerte Reise, die alle Teilnehmer gerne nocheinmal machen würden….

Unsere Reise wurde von der Axel Springer Stiftung und der Harold Bob Stiftung unterstützt. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken.

Hajo Tischer & Cathrina Smith und alle mitreisen 18 Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums Kleinmachnow

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